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Staatsarchiv 2020

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Besuch der 10c im Staatsarchiv Bremen zum Zeitzeugeninterview „Briefe aus Stein"

„Was sind das für Personen auf dem Foto, das im Wohnzimmer steht?". Diese Frage stellte sich viele Jahre lang Steven Robins aus Südafrika. Erst ein Jahr vor dem Tod seines Vaters klärte sich auf, dass es sich bei den abgelichteten Personen um die Schwester seines Vaters und weitere Verwandte handelt.

Robins Familie stammte ursprünglich aus Posen. Als ihre Herkunftsstadt 1919 an Polen fiel, wanderte die Familie nach Berlin aus, wo sie sich in Handwerksberufen (unter anderem als Knopfmacher) betätigte. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage emigrierte Robins Vater 1936 nach Südafrika. Nach dem Tod seines Vaters fand Steven Robins mehrere hundert an seinen Vater gerichtete Briefe aus den Jahren 1936-1941, welche das Alltagsleben von Robins Verwandtschaft in Berlin bis zur Deportation und der anschießenden Ermordung in Auschwitz bzw. Riga beschreiben. Diese Briefe hat er unter dem Titel „Briefe aus Stein" in Buchform herausgegeben. Aus den Briefen wird deutlich, wie zunächst Hoffnung auf eine Auswanderung bestand, diese aber mehr und mehr schwand und wie das Alltagsleben der Juden unter den Nationalsozialisten mehr und mehr eingeschränkt wurde. Sichtbar wurde aber auch, dass die Briefe aufgrund der Zensur zwischen den Zeilen gelesen werden müssen.

Nachdem bereits im Unterricht mehrere Briefe gelesen und besprochen worden waren, fand auf Initiative von Frau Prof. Schöck-Quinteros (Universität Bremen) nun im Staatsarchiv Bremen eine Diskussionsveranstaltung mit Steven Robins statt. Dieser stellte zunächst die Geschichte seiner Familie vor, referierte den Inhalt einiger Briefe und beantwortete in einer anschließenden Diskussion die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Da Robins kein Deutsch spricht, fand diese von Herrn Dr. Plath und Frau Ahrenholtz-Hibben moderierte Veranstaltung in englischer Sprache statt und war somit ein gelungener Beitrag für einen lebendigen und bilingualen Geschichtsunterricht.

 
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