Staatsarchiv 2016 - GamMa

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Staatsarchiv 2016

Aktuelles > Rückblick > Schuljahr 16/17 > August 2016

Am 25. August 2016 fuhr der Geschichts-LK von Herrn Plath in das Staatsarchiv Bremen. Dort sollten die Schülerinnen und Schüler die Arbeit von Archivaren kennenlernen und selbst einige Akten zum Thema „Entnazifizierung" untersuchen und der Gruppe vorstellen.
Zuerst wurde die Gruppe von Fr. Marschalck durch das Archiv geführt und die Grundlagen der Ordnung des Archives wurden vorgestellt. Hier lernten die Schülerinnen und Schüler die Methode der Mikrofiche und Mikrofilme kennen, bei der ganze Adressbücher auf postkartengroße Filme gezogen werden, um diese so klein wie möglich zu speichern. Danach ging es in den Magazinturm, in dem die Gruppe lernte, dass die Archivräume eine bestimmte Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben müssen, um die archivierten Dokumente möglichst lang zu erhalten. Außerdem erzählte Fr. Marschalck, dass es für Archivare schwierig sei, die „richtigen" Dokumente aufzubewahren, da in fünfzig Jahren die Menschen und Forscher vielleicht andere Dokumente wichtiger finden als wir in unserer heutigen Zeit denken.
Nach der Führung begann der Workshop, den Fr. Mamzer von der Universität Bremen leitete. Dieser enthielt zuerst eine kurze Wissensauffrischung zum Thema „Entnazifizierung".  Danach wurden die Schülerinnen und Schüler in Zweiergruppen aufgeteilt und jede Kleingruppe erhielt eine Akte. Dann mussten die Kleingruppen unterschiedliche Fragen beantworten, wie z.B. die Tat, weswegen die Person angeklagt wurde, und die jeweilige Strafe. Nach einer Stunde Bearbeitungszeit stellten die Kleingruppen ihre jeweilige Person vor. Im Anschluss wurden die einzelnen Fälle im Plenum diskutiert. Hierbei fiel den Schülerinnen und Schülern auf, dass alle der verurteilten Personen nach einiger Zeit begnadigt und zum „Mitläufer" erklärt wurden. Außerdem kam auf, dass Frauen für ihre meist weniger schlimmen Vergehen härter bestraft wurden als Männer und dass die Strafen zum Ende der Gerichtsphase weniger hart waren als die am Anfang.  Den letzten Punkt kann man damit begründen, dass die Gerichte unwichtiger waren als der Kalte Krieg, der zu der Zeit begann und man außerdem einen endgültigen Schlussstrich unter die NS-Zeit setzen wollte.
Alles in allem war es ein gelungener Tag, da wir alle sehr zufrieden waren und gerne noch länger und intensiver mit den Akten gearbeitet hätten.
Vibeke Fahl

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü