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Der etwas andere Geschichtsunterricht: 70 Jahre Kriegsende - ein Ausstellungsprojekt mit Schülern


Link zum Artikel aus dem Achimer Kreisblatt vom 9. Mai 2015

Eindrücke vom organisierenden Lehrer H. Plath:

Vor 70 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, der unendlich viel Leid und Schrecken mit sich brachte. Eine der Folgen war die Flucht und Vertreibung mehrerer Millionen Menschen. Das Thema „Flucht und Vertreibung im Umfeld des Zweiten Weltkriegs" ist dementsprechend in diesem Jahr im Fach Geschichte das Schwerpunktthema im 2. Halbjahr des 11. Jahrgangs.
Wie sich diesem Thema nähern? 70 Jahre sind eine lange Zeit und im Geschichtsunterricht immer nur Texte und Quellen auswerten, das ist auf Dauer langweilig. Außerdem stellt sich die Frage: Was geht unsere Schüler also die Zeit nach 1945 an? Andererseits sehen wir tagtäglich im Fernsehen Bilder von Flüchtlingen, die in wenig seetauglichen Booten über das Mittelmeer kommen. Also sind Flucht und Vertreibung doch noch ein aktuelles Thema?!
Die Schüler des Geschichtskurses Plath stellten zunächst fest, dass viele Familien  der Schüler Migrationswurzeln haben, sei es als Folge des Zweiten Weltkrieges, als Nachfahren von Gastarbeitern oder als Kinder politischer Flüchtlingen z.B. aus dem Iran. So selbstverständlich das klingen mag, in den Familien wurde bisher nur wenig darüber gesprochen, größtenteils, um schreckliche persönliche Erfahrungen nicht wieder gedanklich durchleben zu müssen. Die Schüler begannen sich Fragen zu stellen: Warum ist meine Familie damals geflohen? Welche Fluchtmittel und -wege nutze sie? Wie wurde sie aufgenommen? Wie gelang ein Neuanfang in einem anderen Land? Wieso war meine Familie nicht von Flucht und Vertreibung betroffen? Mussten sie Flüchtlingen aufnehmen? Die Jugendlichen merkten plötzlich, dass Geschichte sie noch immer persönlich betrifft. Nun ging es darum, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Fluchtbewegungen und deren Folgen um 1945 und heute herauszufinden und das Thema „Flucht und Vertreibung" in Unterpunkte zu gliedern. In Gruppe arbeiteten die Schüler dann weitgehend selbstständig an ihren einzelnen Themen.
Hier stellte sich die Frage, wie Informationen zu beschaffen sind. Sind die Inhalte des Internets glaubwürdig? Gibt es Literatur zu dem Thema? Sind im Archiv Aufzeichnungen vorhanden? Welche Erfahrungen hat die eigene Familie gemacht? Deckt sich dies mit den Erfahrungen anderer Familien? Welche Erfahrungen machen Flüchtlingen heute?
Neben Interviews mit eigenen Familienmitgliedern, die erstaunliche Ergebnisse wie z.B. ein Tagebuch aus der Zeit um 1945 zu Tage förderten, bezogen die Schüler Literatur aus der Stadtbibliothek mit ein und lernten in Zusammenarbeit mit der Achimer Geschichtswerkstatt die Arbeit und Benutzung eines Archivs kennen. Als glücklicher Zufall erwies sich, dass die Achimer Stadtbibliothek eine Ausstellung zum dem Thema „70 Jahre Kriegsende in Achim" vorbereitete. In deren Rahmen konnten die Schüler Stellwände mit ihren Ergebnissen gestalten. Die Ausstellung ist bis Ende Mai im Achimer Rathaus und im der Stadtbibliothek zu sehen.
So bekamen die Schüler einen kleinen Einblick in einen etwas anderen Geschichtsunterricht sowie in die Arbeit von Historikern und lernten, dass Geschichte sie auch heute noch betrifft. Im Namen des gesamten Geschichtskurses sei Herrn Dr. Stefan Leenen (Stadtbibliothek Achim) sowie Herrn Karlheinz Gerhold und Herrn Günter Schnakenberg (Geschichtswerkstatt Achim/Stadtarchiv) ganz herzlich gedankt, dass sie die Schüler bei der Bibliotheks- und Archivarbeit hilfreich unterstützt haben.
Dr. Christian Plath

Und noch das Foto von einem weiteren Artikel aus dem Achimer Kreisblatt vom 16. Mai 2015:

 
 
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